Weil Fehler machen wichtig ist

Die Ausbildung ist einer der zentralen Meilensteine im Leben

27/07/2020
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Erinnerst du dich noch an damals? Das erste Mal auf den eigenen Beinen stehen, das Elternhaus langsam hinter sich lassen und die ersten Schritte in Richtung Berufswelt machen – eine spannende und lehrreiche Zeit. Umso größer ist die Verantwortung, die Lehrlingsausbilder in ihrer täglichen Arbeit übernehmen: „Zwischen dem Selbständigwerden und dem doch nicht ganz Erwachsensein gibt es viele Spannungsfelder. Deshalb versuchen wir, unsere Lehrlinge bestmöglich zu unterstützen. Wir wollen ihnen das Rüstzeug mitgeben, das sie auf ihrem weiteren Weg benötigen – nicht nur beruflich“, sagt Lehrlings-Experte René Wallner.

Ausbildung auf Augenhöhe

Der Leiter des Ausbildungszentrums von Flex in Althofen spricht damit auch den Wandel in der Lehre an: Die klassische Meister-Lehrling-Beziehung von früher war einmal. Heute ist es eine Ausbildung auf Augenhöhe, bei der der Ausbilder zum Begleiter wird. Ein Begleiter, der neben fachlichen auch wichtige soziale Kompetenzen vermittelt.

Die jeweiligen Stärken fördern

„Unsere Gesellschaft wird komplexer. Hinzukommen steigende Anforderungen im Beruf und die enormen technologischen Fortschritte. Da gibt es viele Herausforderungen – eine spannende Aufgabe für einen Ausbilder“, sagt Wallner. Individualität ist dabei das, was zählt: „Es gibt nicht den einen Weg, den alle gehen müssen. Wir möchten die jungen Menschen individuell und entsprechend ihren jeweiligen Stärken fördern.“

Flexibilität und Individualität

Das steckt hinter der Erfolgsgeschichte. Denn die Flex-Mitarbeiter begleiten ihre Kunden von der Entwicklung über den Prototypenbau, der Industrialisierung und Fertigung bis zum Recycling. Und genau das sind auch die Schritte, die in der Lehrlingsausbildung dank der modernen MPS-Lernfabrik des Automatisierungsspezialisten Festo abgedeckt werden können. Mit dem Ziel, die Top-Fachkräfte von morgen bereits heute bestmöglich auf die Anforderungen in einer modernen Fabrik einstellen zu können.

 

Fehler machen erlaubt

„Wer auf eine zukunftsorientierte Ausbildung setzen möchte, braucht dafür auch das entsprechende Mindset und eine moderne Ausstattung“, so Wallner. Deshalb setzt Flex in seiner Lehrlingsausbildung auf die modular aufgebauten Übungsstationen von Festo. „Wir wollen unseren Lehrlingen eine komplexe Produktionsanlage in einer möglichst realen Umgebung zu Verfügung stellen. Sie sollen alles ausprobieren und dabei auch Fehler machen dürfen“, unterstreicht Wallner den Hands-on-Gedanken, „Es ist einfach wichtig, dass die jungen Menschen selbst Erfahrungen sammeln und dafür die nötige Zeit bekommen. Das ist die beste Grundlage, um später richtig große Herausforderungen bewältigen zu können.“

 

René Wallner - Leitung des Ausbildungszentrums von Flex in Althofen

Selbst gemacht währt am längsten

Da die MPS-Station von Festo die komplette Wertschöpfungskette einer Produktion abbildet, kann das technologieübergreifende Zusammenspiel sehr praxisnahe demonstriert werden. „Unsere Lehrlinge haben die Anlage selbst entwickelt, aufgebaut und konfiguriert. Einer hat sich zum Beispiel um die Pneumatik, der andere um die SPS-Programmierung gekümmert. Auch das Maschinensicherheitskonzept stammt von den Lehrlingen selbst. Technisch sind unsere Lehrlinge also oft besser mit den Details der Anlage befasst als ich“, sagt Ausbilder Wallner mit einem Schmunzeln im Gesicht.

Die Lernfabrik

So sieht die MPS-Produktionsstraße, in die immer wieder neue Technologien integriert werden, gegenwärtig aus: Das Basisprodukt, ein Zylinder, wird vollautomatisch in die Anlage geschleust und dort als erstes durchgecheckt. Passen Höhe, Farbe und Lage? Sagt das System „Ja“, geht es weiter. Und zwar zu einem Rundtakttisch mit einzelnen Bearbeitungsstationen, an denen beispielsweise gebohrt oder gefräst wird.

Maschinensicherheit - MPS-Station

Zusammenführen, was zusammengehört

In den nächsten Station führen ein ausgeklügelter Materialfluss und eine durchdachte Handlinglösung zusammen, was zusammengehört: Der Zylinder bekommt den passenden Deckel aufgesetzt, der zuvor in einem eigenen Magazin gelagert wurde. „Was wo liegt und wie viel vorhanden ist, sind wichtige logistische Fragen, die unsere Lehrlinge zum Beispiel bei der Software-Programmierung berücksichtigen mussten“, blickt Wallner zurück, um gleich auf den letzten Prozesschritt einzugehen: die Verpackung „eine sehr anspruchsvolle und wichtige Station in jeder Fertigung, da der Endkunde die Verpackung oft als erstes wahrnimmt“, sagt er. Um die Anlage zu visualisieren und Adaptionen vornehmen zu können, kommt ein HMI zum Einsatz.

Mit Teamwork zu Lösung

Aus einzelnen Teilen wird ein großes Ganzes – das bezieht sich nicht nur auf die Lernfabrik und ihre Module, sondern gilt auch für die Zusammenarbeit der Lehrlinge. So steht Teamwork ganz weit oben, wenn es um die Erarbeitung von praxistauglichen Lösungen geht: „Jeder lernt von jedem. Der Mechatroniker vom Elektrotechniker und umgekehrt. Und auch die ganz Jungen interessieren sich bereits für die Lernfabrik. Lehrlinge lernen von Lehrlingen“, freut sich Wallner über den gegenseiten Support.

Vernetzung ist gefragt

Das gemeinsame Arbeiten ist eine wichtige Grundlage für die Zukunft: „Unsere Lehrlinge werden später in Teams arbeiten. Man muss sich mit seinen Kollegen austauschen, viel kommunizieren und sich vernetzen“, sagt Wallner, der in Sachen „SkillsAustria“ („Man wächst, wenn man sich mit anderen messen kann“) aktiv engagiert ist. Zudem ist ihm die regionale Vernetzung ein besonderes Anliegen.

Karriere mit Lehre

„Der Bedarf an topausgebildeten Technikern ist in unserer Region groß, deshalb setzen wir auf eine hochwertige Ausbildung, die wir auch unseren Partnerbetrieben zugänglich machen“, sagt Wallner. Darum bildet Flex auch Lehrlinge für andere Industrieunternehmen in der Umgebung aus.

Sehen, wo die Talente liegen

In eineinhalb Jahren bekommt der Nachwuchs die technische Basisausbildung und die wichtigsten Soft Skills vermittelt. Danach durchlaufen die Lehrlinge sieben Monate lang alle relevanten Bereiche in der Firma, um zu sehen, wo ihre Talente liegen. Nach einem Feedbackgespräch können sie sich dann für einen bestimmten Bereich entscheiden, in dem sie Fuß fassen wollen.

 

Kompetenzen erweitern

Zusätzliche Kompetenzen können die Lehrlinge auch bei einem internationalen Fachkräfteaustausches erwerben oder im Rahmen spezieller Kooperationen, wie zum Beispiel mit der der Technischen Akademie St. Andrä, die einen Schwerpunkt auf Digitalsierung legt und ein CP-Lab von Festo einsetzt. Auch dort geht es „Hands on“ richtig zur Sache. Das schafft Begeisterung und somit die besten Voraussetzungen für einen guten Start in die Zukunft und eine Karriere mit Lehre.

Von Trainings über Übungsstationen bis zur kompletten, vernetzten Lernfabrik – willst du mehr über das Angebot von Festo Didactic erfahren? Dann klicke hier.

www.festo-didactic.at

www.flex.com

 

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